Motz hatte in einem kurzen diplomatischen Kriege, der mit seinen fest und sicher geleiteten weitverzweigten Verhandlungen an die Entstehung des fridericizianischen Fürstenbundes erinnert, nicht bloß den Gegenzollverein nahezu gesprengt, sondern auch durch geistige Waffen die Gegner geschlagen, den Unsinn des feindlichen Unternehmens dargetan und vor aller Welt erwiesen, daß Österreich für die Nöte der Nation nur leere Worte hatte, Preußen die heilende Tat. Nicht eine zufällige Verkettung der Umstände führte den Süden auf kurze Zeit mit dem Norden zusammen, wie einst die Genossen des Fürstenbundes. Die Gemeinschaft, die jetzt sich bildete, war unzerstörbar. Sie entsprang den Lebensbedürfnissen eines arbeitenden Jahrhunderts, und über ihren unscheinbaren ersten Anfängen waltete der freie Geist eines Mannes, der fast allein in müder, verdrossener Zeit schon hellen Auges die schlummernden Kräfte des germanischen Riesen erkannte, die große Zukunft des »in Wahrheit verbündeten Deutschlands« ahnte.

Quelle: H. v. Treitschke, Deutsche Geschichte usw. III, 623ff.


[65.]Maximilian I., Joseph, König von Bayern von 1805–1825, geb. 27. Mai 1756.[66.]Staat im Staate.[67.]August v. Röntgen, geb. 10. Juni 1781, gest. 5. August 1865, damals nassauischer Gesandter in München.[68.] Wilhelm (gest. 20. August 1839).[69.]Ludwig, seit 13. Oktober 1825 König Ludwig I.[70.]Karl Salomon Zachariä von Lingenthal, geb. 14. September 1769, gest. 27. März 1843, Professor der Rechte an der Universität Heidelberg, 1825 Mitglied der zweiten badischen Kammer.[71.]Ludwig I., geb. 14. Juni 1753, gest. 6. April 1830.[72.]Preußischer Gesandter am badischen Hofe.[73.]Karl Ludwig Wilhelm v. Grolman, geb. 23. Juli 1775, gest. 14. Februar 1829, Professor der Rechte in Gießen, seit 1819 Minister des Innern und der Justiz.[74.]Joachim Graf v. Münch-Bellinghausen, geb. 29. September 1786, gest. 3. August 1866, von 1823–1848 österreichischer Bundestagsgesandter.[75.]Friedrich Karl Gustav Freiherr v. Langenau, österreichischer Feldmarschalleutnant, war von 1817–1827 österreichischer Bevollmächtiger bei der Militärkommission der deutschen Bundesversammlung.[76.]Philipp Moritz Freiherr v. Schmitz-Grollenburg, geb. 22. Dezember 1765, gest. 27. November 1849, seit 1821 als württembergischer Gesandter in München.[77.]Joseph Ludwig Graf v. Armansperg, geb. 28. Februar 1787, gest. 3. April 1853, seit 1826 bayrischer Finanzminister.[78.]So Treitschke. Doch liegt hier eine Verwechslung mit Joseph v. Baader vor, der, geb. 30. September 1763, gest. 20. November 1835, Ingenieur war und um das Eisenbahnwesen in Bayern sich hoch verdient gemacht hat. Sein Bruder Franz v. Baader war in erster Linie Philosoph, beschäftigte sich aber auch mit technischen und naturwissenschaftlichen Studien.[79.]Napoleons Sohn von Marie Louise, der den Titel eines römischen Königs trug.[80.]Emmerich Joseph Herzog v. Dalberg, geb. 30. Mai 1773, gest. 27. April 1833, Pair von Frankreich und französischer Gesandter am Turiner Hofe.[81.]Karl Friedrich Graf Reinhard, Pair von Frankreich, geb. 2. Oktober 1761, gest. 25. Dezember 1837, damals französischer Gesandter am Bundestag.[82.] Als »drittes Deutschland« bezeichnete man die Mittel- und Kleinstaaten als Gegengewicht gegen Preußen und Österreich.[83.]Oldwig v. Natzmer, geb. 18. April 1782, gest. 1. Nov. 1861.[84.]Graf Detlev v. Einsiedel, geb. 12. Oktober 1773, gest. 20. März 1861, von 1813–1830 als Minister ein Gegner aller Reformen.[85.]Eduard von Wietersheim, geb. 10. September 1787, gest. 16. April 1865, damals Kreishauptmann in Plauen, von 1840–1848 sächsischer Kultusminister.[86.] Georg August Ernst v. Manteuffel, geb. 26. Oktober 1765, gest. 8. Januar 1842, Präsident des Geh. Finanzkollegiums, seit 1828 Konferenzminister, in Sachsen verhaßt wegen seines starren Widerstandes gegen jede Reform.[87.]Hans Georg v. Carlowitz, geb. 11. Dezember 1772, gest. 18. März 1841, von 1821–1827 Königl. sächsischer Bundestagsgesandter.[88.]Christoph Anton Ferdinand v. Carlowitz, geb. 6. Juni 1785, gest. 21. Januar 1840.[89.]Christian Wilhelm Schweitzer, geb. 1. November 1781, gest. 26. Oktober 1856, anfangs Professor der Rechte an den Universitäten Wittenberg und Jena, wurde 1818 ins Ministerium berufen als Geheimer Staatsrat mit Sitz und Stimme im Ministerium, doch ohne ein bestimmtes Departement.[90.] Bernh. Aug. v. Lindenau, geb. 11. Juni 1779, gest. 12. Mai 1854, von 1827–29 sächs. Bundestagsgesandter, darauf Direktor der Kommerziendeputation, 1830 Kabinettsminister, von 1831 bis 1843 Staatsminister. — Vor seinem Eintritt in den Königl. sächs. Staatsdienst war er erst in Sachsen-Gotha-Altenburg tätig, dann nach der Teilung als Landschaftsdirektor in S.-Altenburg. Literarisch ist er durch Arbeiten auf dem Gebiete der Sternkunde hervorgetreten.[91.]Großherz. hess. Geheimrat und Bundesgesandter für die XVI. Kurie, gest. 6. April 1839.[92.]Ernst Friedr. Herbert Reichsgraf zu Münster-Ledenburg, geb. 1. März 1766, gest. 20. Mai 1839, von 1805–1831 Minister für die hannöverschen Angelegenheiten am Londoner Hofe.[93.] Aug. Otto Graf Grote, geb. 19. November 1747, gest. 26. März 1830, hannov. Gesandter in Hamburg.[94.]Joh. Smidt, geb. 5. November 1773, gest. 7. Mai 1857, anfangs Professor der Geschichte am Bremer Gymnasium illustre, dann Syndikus und Ratsherr, war 1821–1849 u. 1852–1857 Bürgermeister.[95.]des bestehenden Zustandes.[96.]nicht darüber hinaus.[97.]irgendein Drittes.[98.]Hans Christoph Ernst Freiherr v. Gagern, geb. 25. Januar 1766, gest. 22. Oktober 1852, politischer Schriftsteller und einige Jahre als Gesandter für Luxemburg beim Deutschen Bunde tätig.[99.]Des satirischen Dichters Gottlieb Wilh. Rabener (geb. 1714, gest. 1771).[100.]Karl Freiherr v. Varnbüler, geb. 12. August 1776, gest. 27. April 1832, württembergischer Finanzminister.[101.]Joh. Friedrich Cotta, Freiherr v. Cottendorf, geb. 27. April 1764, seit 1787 Chef der Cottaschen Buchhandlung, vielfältig auch in politischen Verhandlungen tätig, gest. 29. Dezember 1832.[102.]Job von Witzleben, geb. 20. Juli 1783, gest. 9. Juli 1837, preuß. Generalleutnant und als Chef des Militärkabinetts vertrauter Ratgeber des Königs.[103.]Paul Pfizer, geb. 12. September 1801, gest. 30. Juli 1867, forderte in dem »Briefwechsel zweier Deutschen« Trennung Österreichs von Deutschland und eine Verzichtleistung der kleinen Fürsten auf die Rechte der Souveränität zugunsten Preußens.[104.]d. h. des Rechtes jedes Teils, bei Abschluß von Verträgen seinen Namen in der für ihn bestimmten Ausfertigung der Vertragsurkunde an erster Stelle aufzuführen.[105.] Adolf Trendelenburg, geb. 30. November 1802, gest. 24. Januar 1872, Professor der Philosophie an der Universität Berlin und Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.[106.]Karl Aug. Varnhagen v. Ense, geb. 21. Februar 1785, gest. 10. Oktober 1858; erst als Offizier in österreichischen, nachher in russischen Diensten, wurde er 1814 in die preußische Diplomatie berufen und nahm als Hardenbergs Begleiter am Wiener Kongreß teil. Seit 1821 lebte er als Geh. Legationsrat in Berlin, meist literarisch tätig, wurde aber auch gelegentlich zu politischen Sendungen verwandt.[107.] Julius Traugott v. Könneritz, geb. 1792, gest. 28. Oktober 1866, damals Hof- und Justizrat bei der Landesregierung, von 1821–1846 Justizminister.


7. Der Deutsche Zollverein.

a) Kurhessens Beitritt.

Nach dem Tode Motzs … erhielt sein Freund Maaßen, der Begründer des Zollgesetzes, die Leitung des Finanzwesens. Die Wahl des Königs konnte keinen würdigeren Mann treffen. Maaßen überragte den Verstorbenen durch umfassende Sachkenntnis; klug, gerecht, wohlwollend, verstand er bei den Unterhandlungen, sich das Vertrauen der argwöhnischen kleinen Kronen stets zu erhalten. Freilich fehlten ihm der kühne Wagemut und der weite staatsmännische Blick des Vorgängers; er ließ die Dinge gern an sich kommen und hegte nicht wie jener den Ehrgeiz, auf die Leitung der gesamten [pg 173] preußischen Politik einzuwirken, obgleich er als der bedeutendste Kopf des Ministeriums klar erkannte, wie gemächlich die Mittelmäßigkeit in den anderen Departements sich wieder einzunisten begann … So erklärt es sich, daß die mühselige Arbeit der handelspolitischen Einigung zwar stetig vorwärts schritt, aber zunächst nicht so schnell gefördert wurde, wie man wohl erwarten konnte, nachdem Motz Schlag auf Schlag die letzten Enklaven aufgenommen, den Zollverein mit Darmstadt, den Handelsvertrag mit Bayern-Württemberg abgeschlossen, den feindlichen Handelsverein der Mitteldeutschen nahezu zersprengt hatte.