Nach einigen Minuten kamen sie wieder zu ihm. Der stärkste und wildeste von ihnen trat hervor, und redete Abaellino’n an.

„Höre, Venedig ernährt fünf Banditen, wie du sie hier siehst, und für den sechsten, der du bist, wird sich auch Brod finden. Ich bin Matteo und der älteste von allen, der Rothkopf dort heißt Baluzzo, der mit dem glimmernden Kazzenauge da ist Thomas, ein Erzschelm; der Kerl dort, dem du die Rippen zerschelltest, ist Petrini, und der Wicht, der da bei der Molla steht, mit den dikken Mohrenlippen, ist Struzza. Jezt kennst du uns alle. Wir wollen dich zünftig machen, weil du ein armer Teufel bist; aber höre, bist du auch ein ehrlicher Kerl?“

Abaellino lächelte, oder vielmehr grinste, und brummte: mich hungert!

„Bist du ein ehrlicher Kerl?“

„„Das soll die Folge entscheiden.““

„Sieh, Bursch, die erste Treulosigkeit kostet dir das Leben. Wirf dich dem Dogen in den Schoos und umschanze dich mit aller Macht der Republik, wir ermorden dich im Arm des Dogen, hinter hundert Kanonen. Sez dich auf den Hochaltar, wir schleppen dich vom Kruzifix hinweg und ermorden dich. — Kerl, besinne dich, wir sind Banditen!“

„„Das weis ich. Aber gebt mir nur Essen, dann will ich plaudern, so viel ihr wollt. Ich habe seit vier und zwanzig Stunden fasten müssen.““

Molla dekte einen kleinen Tisch, trug nach ihrem besten Vermögen auf und füllte die silbernen Becher mit herrlichem Wein.

„Wenn er nur leidlicher, nur wie andre Menschenkinder aussähe!“ brummte sie: „aber seiner Mutter ist gewiß in ihrer Schwangerschaft der Teufel erschienen, und da kam denn die abscheuliche Larve zur Welt!“

Abaellino lies sich nicht stöhren, sondern aß und trank als wollte er sich für ein halbes Jahr satt essen. Die Banditen sahn ihm mit Wohlgefallen zu, und stießen auf die glükliche Eroberung an, die sie hier gemacht hatten.