Will sich der Leser diesen Abaellino denken, so stelle er sich einen jungen, starken Kerl vor, von dem man sagen würde, er sei schön geformt, wenn nicht das häslichste Gesicht, welches je ein Karrikaturmaler ersonnen, oder Milton dem häslichsten seiner gefallenen Engel aufgesezt, die übrigen Schönheiten entstellte. Schwarz und glänzend, aber weich und lang flog sein Haar verwildert ihm um den braunen Hals und um das gelbe Gesicht. Der Mund schien in einer ewigen Verzerrung zu grinsen und dehnte sich bis zu den Ohren aus; die Augen lagen tief ins Fleisch vergraben und zeigten fast immer das Weisse; die gröbsten Züge, die je ein Holzschnittsgesicht aufzuweisen hat, traf man hier in einer abscheulichen Zusammensezzung an, und verlegen war man, ob diese widerliche Physiognomie Dummheit oder Tükke des Herzens, oder beides zugleich verrieth.
„Nun bin ich satt!“ brüllte Abaellino, und stürzte den vollen Weinbecher hinter. „Was habt ihr nun zu fragen, ich bin bereit zu antworten.“
„Ich dächte, hub Matteo an: ich dächte, du legtest einmahl ein Probestük von deiner Stärke ab, denn diese kömmt bei uns sehr in Anschlag. Bist du gewandt im Ringen.“
„„Ich weis nicht.““
„Molla, sezz’ alles beiseite! — Abaellino, mit wem nimmst du’s unter uns auf? wen glaubst du so niederschmeisen zu können, wie den Poeten da, den Petrini?“
„„Euch alle, wie ihr da seid, und ein halbes Duzzend solcher Lumpenbunde dazu!““ rief Abaellino, warf den Degen auf den Tisch, sprang auf und schielte die Bande an.
Die Kerls lachten.
„Na, macht das Probestük!“ rief Abällino! was zaudert ihr.
„Hör, Bursche, entgegnete Matteo: versuchs mit mir allein; und fühle erst, wer wir sind! denkst du, es stehn hier Knaben, oder saftlose Süsherrchen, die ihre Kraft in den Eiderdunen verschwizzen, oder feilen Mezzen vergeuden, oder dem Onan opfern?“
Abaellino lachte. — Matteo wurde wild; die übrigen jauchzten.