Abaellino winkte mit der Hand zur Laube hin; Rosamunde führte ihn hinein und sezte ihn auf ein Rasenbänkchen.

„Gottes Lohn!“ stammelte Abaellino mit schwacher Stimme, und sah Rosamunden ins Auge und erröthete.

Rosamunde stand schweigend vor dem verlarvten Banditen und zitterte in zärtlicher Sorge — und diese Bekümmernis macht das schöne weibliche Geschöpf noch schöner. — Bebend bog sie sich mit dem halben, schlanken Leibe über ihren gedungnen Mörder und fragte nach einer Weile: „ists Euch besser?“

„Besser!“ stammelte der Betrüger mit matten Lippen. — „Ihr seid die edle Rosamunde von Corfu, des Dogen Nichte?“

„Wohl bin ichs, lieber Alter!“

„„O, Fräulein, da hab ich Euch etwas wichtiges zu entdekken — ach, du lieber Gott, wie können die Menschen so grausam sein — seht nur, man steht Euch nach Euerm Leben.““

Das Mädchen bebte erblassend zurük.

„Wollt ihr Euern Mörder kennen lernen? — Ihr sollt nicht sterben, aber thut mir den Gefallen und verhaltet euch ganz still!“

Rosamunde wußte nicht, was sie zu den Worten des Greises denken sollte; es wurd ihr bange in der Gesellschaft dieses alten Mannes.

„Fürchtet nichts, Fräulein, fürchtet nichts, seid unbesorgt. — Der Mörder soll vor euern Augen sterben.“