„Ich versprech’ es euch, sagte er, als ein ehrlicher Kerl, daß wenn ihr mir mein Geld gebt, der Prokurator Sylvio in der andern Stunde die Augen auf immer schließt. Er hänge am Himmel, oder verkerkere sich in der Hölle, ich finde ihn, und treffe ihn.“
Was sollte man thun. Handeln ließ sich Abaellino nicht; der Kardinal wollte so gern seinem Ziele näher rükken, über Sylvios Grab aber führte sein Weg.
Abaellino empfieng das Geld, und am andern Morgen fehlte der verehrungswürdige Sylvio, der Liebling den, braven Gritti, der Stolz Venedigs in der Gesellschaft der Lebendigen.
„Ein fürchterlicher Kerl, der Abaellino!“ riefen die Verschwornen, und feierten triumphirend an der Tafel des Kardinals das Todesfest des Prokurators.
Der Doge war bestürzt und lange ausser sich vor Schrek. Er sezte eine große Prämie darauf, wer denjenigen entdekken würde, der den Freund des Dogen aus der Welt geschafft hätte. — —
Es wurde dieser Wille des Dogen an allen Straßenekken ausgerufen, in der ganzen Republik bekannt gemacht, und einige Morgen nachher fand man folgenden Zettel angeschlagen an die Hauptpforte der venetianischen Signoria:
Venetianer!
Bemüht euch nicht den Preis zu verdienen, der auf meine Entdekkung gesezt ist. Ich selber bekenne hiemit: Abaellino war Sylvios Mörder, und wer ihn hascht, den will er königlich belohnen.
Abaellino.