Der Doge machte eine Bewegung ihn zu verlassen.
„Nicht doch!“ rief der Bandit schmunzelnd: „das Ohngefähr führt solch ein Paar großer Männer nicht sobald wieder auf diesen kleinen Landstrich zusammen. Bleib doch!“
„Höre Abaellino,“ redete ihn der Doge an, mit aller Hoheit, die in seiner Gewalt stand: „Du hast große Talente vom Himmel empfangen, warum wucherst du mit denselben nicht besser. — Ich verkündige dir völlige Verzeihung und Amnestie über alles das, was geschehen ist, unter der Bedingung, daß du mir den nennst, der dich zu Syivios Mörder gedungen, und daß du das Gebiet der Republik verlassest. —“
„Hi, hi!“ entgegnete Abaellino: „Über die Grillen bin ich längst hinweggesprungen. Menschen können für meine Sünden keinen Ablaß ertheilen, und an jenem Tage, wenn alle Menschen ihren Schuldbrief vorzeigen, werd’ ich auch den meinigen aufzeigen können. Den Namen dessen, der mich zu Sylvios Mord bezahlte, wirst du, aber nur heute nicht erfahren. Ich soll das Gebiet der Republik räumen? — warum? aus Furcht vor dir? hi, hi! aus Furcht vor der Republik? — ha, die fürchtet den Abaellino, aber Abaellino sie nicht! Doch unter einer Bedingung könnt’ ichs vielleicht thun — —“
„Und die wäre?“ fragte der Doge: „willst du zehntausend Goldstükke? —“
„Ich gäbe dir selber gern zehntausend Goldstükke, wenn du deine häßlichen Worte ungesagt machen könntest. — Nein, gieb mir deine Nichte Rosamunde, die, Tochter des Guiscardo von Korfu zur Gemahlin!“
„Unmensch!“
„Hi, hi! Geduld! — Du willst nicht? —“
„Fodre Geld und Gut, ich gäbe dirs. Und wenn die Republik eine Million an dich verlöre, sie gewönne dabei, wenn du ihre Luft nicht mehr verpesten wolltest!“
„Wahrhaftig? — sieh eine halbe Million beinah hab ich schon wieder bekommen für das Leben deiner treusten Freunde, für Kanaris und Dandolis Kopf! gieb mir Rosamunden, oder — —“