Und — plözlich eröffnete sich die Seitenthür.
Der Doge Andreas Gritti trat schon wieder herein. Der erwartete Fremde war, Kränklichkeiten halber, nicht erschienen. —
Flodoard und Rosamunde hörten den Hereinkommenden nicht.
Gritti stand bestürzt da, er sah der Scene einige Augenblikke zu, seine Mienen verzogen sich in ein sanftes Lächeln, er drehte sich um und ging wieder zurük.
Das Geräusch seines Kleides an der hohen Flügelthür erwekte die Trunknen aus ihrem Wonnetraum. Rosamunde riß sich mit Entsezzen los; Flodoard verlor seine Geistesgegenwart aber keineswegs.
„Gnädigster Herr!“ rief er dem Dogen nach — —
Der Herzog wandte sich um und Flodoard lag zu seinen Füssen.
Gritti sah mit stiller Würde und mit Ernst auf den Knieenden hernieder.
„Ich mag eure Vertheidigung nicht hören!“ sagte der Doge mit steigender Stimme.
„Nein,“ entgegnete Flodoard, mit festem Tone: „nein, gnädigster Herr, ich bedarf keiner Vertheidigung, daß ich Rosamunden liebe, wohl muß sich der vertheidigen, der sie nicht liebte! Ists aber ein Verbrechen, daß ich Rosamunden anbete, o so mag mich Gott von dieser Sünde frei sprechen, weil er Rosamunden so schön erschuf.“ —