Rosamunde. (seine Hand fassend) Flodoard, Flodoard besinnet euch. Mein Oheim liebt euch, — nehmet euch vor Abaellinos Dolch in Acht!
Flodoard. Eben deswegen muß alles in vier und zwanzig Stunden, oder nie gethan werden. Wohlan, gnädigster Herr, ich will beweisen, daß die Liebe alles wagen kann — —
Gritti. Wagen freilich, aber ob erringen?
Flodoard. (dem man eine wachsende Verlegenheit ansieht) Macht mich nicht kleinmüthig, gnädigster Herr, seht, ich will euch bessern Muth geben. Habet die Gnade morgen Nachmittag in diesem Zimmer große Gesellschaft zusammenzubitten, Damen und Herrn, denn gewinn’ ich morgen den Sieg, so erleb ich ein großes Fest. Ladet vorzüglich die Beisizzer des ehrwürdigen Gerichts der zehn Männer ein, damit sie doch den Abaellino von Angesicht zu Angesicht kennen lernen, mit dem sie so lange vergebens im Kriege lebten.
Gritti. (sieht ihn lange bedenklich an, endlich:) Sie sollen erscheinen.
Flodoard. Und ihr habt ja wohl, wenn ich nicht irre, einige neue Freunde an dem Kardinal Grimaldi, dem Nobile Kontarino, Memmo, Falieri und Parozzi erhalten. Sie sind auch meine Freunde vor kurzer Zeit geworden; ich wünschte sie wären morgen gegenwärtig.
Gritti. Sie sollen gegenwärtig sein.
Flodoard. Aber noch eins. Sagt niemanden früher die Ursach der Zusammenkunft, ehe sie nicht alle angekommen sind. Dann stellt rings um eueren Pallast Wache mit geladnen Gewehren und selbst vor den Thüren dieses Zimmers, mit dem strengen Befehl, jeden herein, niemanden, bei Todesstrafe, heraus zu lassen. Denn vor Abaellino ist niemand sicher.
Gritti. Es wird geschehn.
Flodoard. Morgen mit dem Glokkenschlage fünf, oder nie, sehn wir uns wieder!