Gritti. (wild) Abscheulicher Bösewicht, dein Plan ist fein, boshaft und schreklich angelegt, mich zu betrügen. Sagt, Venetianer, bin ich verpflichtet, einem solchen fürchterlichen Gauner Wort zu halten? Da geht er hin und spielt eine betrügerische blutige Rolle: mordet Venedigs bravste Männer für Lohn, um mit dem Blutgelde in Venedig Aufwand zu machen. Dann kömmt der abgefeimte Abentheurer unter der Maske eines Biedermanns, verführt meine unglükliche Rosamunde zur Liebe, fodert mir das Mädchen ab, unter der Bedingung den Abaellino zu schaffen — stellt sich dann selber ein, verlangt die Erfüllung meines Versprechens und erwartet schlau genug zugleich Amnestie seiner Verbrechen. — Sagt, Venetianer, darf ich dem Bösewicht Wort halten.

Alle. Nimmermehr, nimmermehr!

Abaellino. (mit Ernst) Auch dem Fürsten der Finsternis müsset ihr euer Versprechen halten, wenn ihrs einmahl von euch gabet. O, Pfui, pfui, Abaellino, so hast du dich denn schreklich verrechnet: mit Biedermännern glaubt ich zu handeln, pfui, und ich lies mich betrügen! — (mit schreklichem Ernst) Noch einmahl und zum leztenmahle: soll das herzogliche Wort gebrochen sein?

Gritti. (richterlich) Entwaffnet euch.

Abaellino. Und ihr wollt mich verstoßen — ich habe mich umsonst in eure Hände geliefert?

Gritti. Dem braven Flodoard hätt ich Rosamunden nicht verweigert, aber dem Mörder Abaellino hab ich nichts in der Welt versprochen.

Abaellino. Hi, hi! meine Mordthaten drükken euch ja nicht, sondern mich; dereinst will ich die Sache vor dem Richter der Welt schon ausfechten.

Grimaldi. (zum Doge) Welche Gotteslästerung!

Abaellino. O, Herr Kardinal, bittet doch für mich — ihr kennt mich ja, ich bin ein guter Kerl.

Grimaldi. (mit Zorn und geistlicher Hoheit) Elender, was hab ich mit dir zu schaffen?