Abaellino. Soll ich also wahrhaftig verdammt werden? He da, nimmt sich keiner von euch des armen Abaellino an? (Eine Pause) Alle schweigen? gut, so eile denn alles zu Ende mit mir!
Rosamunde. (aufspringend, und zu den Füssen des Dogen) Gnade! Gnade! Barmherzigkeit für ihn!
Abaellino. (mit Seeligkeit) Oh, oh! ein Engel betet für mich in der leztcn Stunde.
Rosamunde. Erbarmen für ihn, mein Vater, Erbarmen für ihn! war er ein Sünder, so richte Gott über ihn! — ach, ich liebe ihn noch!
Gritti. (sie von sich stoßend) Weg, Geschöpf, ich kenne dich nicht!
Abaellino. (steht mit verschränkten Armen da und weidet sich an der Szene)
Rosamunde. (auf dem Erdboden sich halb erhebend) Habet ihr mit ihm kein Erbarmen, so habet es nur mit mir nicht. Richtet ihr ihn, so richtet mich zuvor! — — Vater, — Vater! verstoßet mich nicht.
Gritti. (zum Abaellino im ernsten Ton) Entwaffnet euch!
Abaellino. Und ihr könnt es kalten Auges ansehn, wie sich dies Lamm zu euern Füssen windet? — geht, ihr habt sie nie geliebt, diese Rosamunde. — (Er hebt sie vom Boden auf und trägt sie zu Iduellen) Jezt ist sie mein! — ich sag es euch, jezt ist sie mein, und der Tod soll uns erst von einander scheiden.
Venetianer, es scheinet als wollet ihr jezt Gericht über mich halten, es scheint, als wolltet ihr den Stab über mich brechen — wohlan, es sei euch erlaubt! aber zuvor will ich mit mehrern von euch erst richten.