Seht hier, ich bin der Mörder Sylvios, der Mörder Dandolis, der Mörder Kanari’s! ich leugne es nicht; wollt ihr nun die Herren kennen lernen, die mich dazu besoldeten — so seht, Venetianer, seht auf jene Schurken da — ein, zwei, drei, vier — Grimaldi, Parozzi, Memmo, Falieri und Kontarino. — Diese laßt in Verhaft nehmen.

Versteinert und entgeistert standen die genannten da — das verrätherische Gewissen blinzelte durch die starren Augen, durch die bleichen Wangen hervor und Abaellino wurde von keinem widerlegt.

„Was ist das?“ frugen sich die Senatoren erschrokken untereinander.

„Ein schändlicher Gaunerkniff!“ lallte der Kardinal Grimaldi, „rachsüchtig will nun der Boshafte uns in seinen Prozeß verwikkeln, da er sieht, daß ihm nichts zu seiner verlornen Freiheit verhilft!“

Kontarino. (sich ermannend) Er war in seinem Leben der größte Bösewicht und will es nun auch im Tode sein.

Abaellino. (mit Majestät) Schweigt! ich kenne euer ganzes Komplot, kenne eure Proscriptionslisten, kenne euern Anhang, und indem wir hier mit einander sprechen, nimmt man die Herrn mit den weissen Armbinden gefangen, die in der kommenden Nacht Venedig umdrehn sollten. — Vertheidigt euch nicht.

Gritti. (erstaunend) Was soll das sein?

Abaellino. Nichts mehr und nichts weniger, gnädigster Herr, als eine enthüllte Verschwörung wider den Staat und euer Leben. — Seht, so erhält euch ein Bandit zur Dankbarkeit euer Leben, weil ihr ihm bald das seinige rauben werdet.

Ein Senator. (zu den Angeklagten) Edle Venetianer, ihr schweiget.

Abaellino. Hier sind alle Vertheidigungen fruchtlos — ihre Bande ist auf meinem Befehl jezt desarmirt, und in die Gefängnisse des Staats vertheilt — besuchet sie, da werdet ihr mehr erfahren. — Uebrigens bildet euch nicht ein, daß ich um und in diesen herzoglichen Pallast die bewaffneten Soldaten um des fürchterlichen Banditen Abaellinos willen hinstellte, nein, sondern um jene Helden dort in engere Verwahrung zu führen. —