„Fürstliche Gnade! Ha! fürstliche Gnade! Gott erbarms, wir treffen sie eher bei den Tigern. — O, o! was hab ich in eingen Tagen erleben müssen? Entlarvt liegt die Welt vor mir da; wo ehmals Elysium blühte, dampft mir eine abscheuliche Mördergrube entgegen, in dem Busen der tauben lechzenden Geierherzen; — o Gott, Schöpfer, Vater und diese Welt — diese Welt hast du erschaffen? — Philosophen nennen sie die beste? — dieses Jahrhundert ist das aufgeklärte, verfeinerte? ja doch, aufgeklärtes Jahrhundert, ich erkenne dich, ah, wie fein du weißt deine Laster zu verkappen!“
„„Ihr seid sehr erbittert, Vinzenz.““
„Wenn mein Karakter nicht mehr derselbe ist: so bin ich nicht daran Schuld. — Ich bin fürchterlich umgestimmt, verwandelt, wie die Welt um mich her. Ich mögte glauben daß ein Traum meine Seele äffe, aber ich fühle, empfinde zu klar. Ein ängstlicher Wirrwarr, den ich nicht aufzulösen fähig bin!“
„„Leider kein Traum, — alles Wahrheit, sag ich Euch! je nun wir wollen und müssen uns in die Zeit schikken.““ —
„Wäre mein Schiksal nur entschieden; Tod oder Freiheit; diese Ohnmacht, diese Sklaverei ist mir eine Hölle!“
„„Vielleicht begnadigt Euch der Fürst!““
„Wenn er es thäte, so löste er seinem Würgengel die Ketten. Ich würde nicht ruhen bis die gemordete Unschuld gerächt wäre; das Schrekken der Großen wollt’ ich sein, ihre Geißel in der Hand Gottes.“
„„Ha, ha, ha, Ihr schwärmt, Vinzenz! seid Ihr denn so lüstern nach dem Schnellgalgen, oder Euren Kopf und Rumpf auf das Rad geflochten zu wissen, das wäre denn doch in jedem Falle das Finale Eurer glorwürdigen Thaten.““
Oh! oh!
„„Indessen tröstet Euch, die Rächer der Unschuld schlummern nicht. Aus dem Dunkeln hervor handeln sie; und ihre Streiche treffen gewiß.““