Florentin. (flehend gegen alle gewandt) Ich bleibe Euch treu, Tod mir, wenn ich diesen erhabnen Schritt je bereue.
Es erfolgte eine allgemeine Stille. Der Regent stieg von seinem Throne und entband dem Grafen eines schreklichen Schwurs. Der Graf schauderte und — schwor.
Kaum war das Amen von seinen Lippen gehört: so trat der Regent ihm näher und küßte ihn und weihte ihn zum schwarzen Bruder; alle übrige thaten ein Gleiches und, o Wunder! auch der alte Badner trat herzu.
Jezt wurde die Freude lauter, die Brüder wandelten durcheinander, plauderten, lachten, tranken; Florentin fühlte sich seeliger, als je, er besprach sich mit allen, alle jubelten beim frohen Klange der Gläser ein, „Vivat Vinzenz!“ und unter diesem Lärmen — — — — erwachte Florentin von seinem Traume.
Hilf Himmel! wie erstaunte er, als er sich, nachdem er die Augen genug gerieben, in dem Garten noch liegen sah unter dem Schatten des Fliederbaums.
Rikchen trat in den Garten, lächelnd brachte sie ihrem Bruder die verlangte frische Milch.
„Wie lange hab ich denn geschlafen?“ fragte er und schwebte ungewiß, wie im Traume.
„Zwei Stunden wohl!“ antwortete seine reizende Schwester, die das Milchnäpfchen neben ihm niedersezte.
„O Gott!“ rief er entzükt aus, sprang auf und umarmte seine Schwester: „du lebst noch!“