Der Fremde trat näher unter einigen modischen Verbeugungen, und stammelte seine Entschuldigungen. Es war, beim Lichte betrachtet, ein edelgebauter, sogar schöner, junger Mann von ohngefähr sieben und zwanzig Jahren. Sein Anstand verrieth Erziehung, seine Sprache Geist und Welt. Ein unvergänglicher Ernst wohnte auf seiner Stirn, schimmerte selbst durch sein freundlichstes Lächeln. Friedrike meinte, es wäre Melankolie.
Gemach wurde der Ton lebhafter, die Gesellschaft gemischter: den Fremden nahmen zwei ältliche Damen in ihre Mitte, Friedrike hing an ihrem Bruder Florentin, und der alte Papa kapitulirte scherzend mit dem Herrn von Bastholm wegen des Tokaiers.
„Nun, und was haben Sie denn geschossen, Herr von Bastholm zu Bastholmshausen? Ha, ha, ha!“
„Immer doch mehr, gnädiger Herr Graf von Duur zu Duurshausen, ha, ha, ha, doch immer mehr, als Sie!“
„Nun, mein Seel, ich hab’ ja keinen Mükkenflügel geschossen — und das Gewitter — —“
„Den Tokaier aus dem Keller!“
„In Ernst, Brüderchen, sag mir doch, was hast Du denn ergattert?“
„Wie gesagt, immer mehr, als Du. — Sieh doch her — eine Schnepfe! ha, ha, ha!“
„Ha, ha, ha, ha! ja, dann hab ich freilich die Wette verlohren!“
Beide lachten sich beinahe ihrer Wette und Jagd willen krank. Inzwischen war die Tafel gedekt; man sezte sich und as.