Florentin. Nimmermehr; wo Louise lebt, will auch ich leben, und soll ich sterben, so will ich unter ihren Augen meinen Geist aufgeben. — Ich fliehe nicht, Louise wäre denn mit mir: dann hin in die unfruchtbarsten Wüsteneien, in die schauerlichsten Winkel eines Waldes, hin in entlegne Welttheile, wo die Menschen noch Thiere sind, wo die Sonne nur halbjährlich hinblikt, oder wo sie ewig glühend sich um ihren Mittelpunkt wälzt, — allenthalben blühete dann ein Paradies für mich.

Prinzessin. (mit Stolz) Ich bin Fürstin. — (schmeichelnd) Entflieh!

Florentin. Ich kann nicht. Las mich, wenn es sein soll, sterben, nur entfliehen nicht. Ein leidender Verbrecher erregt wenigstens Mitleiden; der glükliche Flüchtling schleppt den Has der Welt mit sich in alle Zonen herum. Ich will bleiben.

Vergebens bat Louise ihren Liebling mit Thränen; er widerstand mit Hartnäkkigkeit. Lange dauerte der zärtliche Streit, bis die Prinzessin mit heimlichem Schaudern in Florentins Verlangen willigte. Er blieb in der Residenz, bis zur Entwikkelung der Geschichte, sein Schiksal möge sich dann entfalten, wie es wolle.

„O!“ — seufzt der unglükliche Graf, wie einst Hüon:

— — — Das allgemeine Loos

Der Menschheit, schwach zu sein — ist mein Verbrechen blos.

schwer büß’ ichs nun, doch klaglos, denn gereuen

Des liebenswürdigen Verbrechens soll michs nicht!

Ist Lieben Schuld, so mag der Himmel mir verzeihen.