Mein sterbend Herz erkennt nun keine andre Pflicht.
Sie schieden von einander. In einer fürchterlichen Angst hing Louise an seinem Halse; noch einmal, unter zahllosen Thränen, unter zahllosen Beschwörungen bat sie ihn, zu fliehn, er aber weigerte standhaft.
„Ich bleibe,“ sagte er, und drükte einen Kuß auf ihre Lippen: „ich bleibe. Und muß ich sterben, wohl so sterb’ ich gern. Mein Tod wird meine Feinde zum Mitleiden rühren, meine Flucht aber wäre ihr Triumf; alle wohlthätige Anstalten, welche ich zum Besten meines Vaterlandes traf, würden vielleicht dann ihren Werth verlieren, mein Tod kann aber noch eine Stüzze derselben sein.“
Ohne noch ein Wort zu verlieren, entfernte er sich.
Siebentes Kapitel.
Das Gewitter zieht näher heran.
Prinz Moriz. (auf einem Ottomann) Es ist alles umsonst; indes kann ich mich leicht darin ergeben. Duur, Duur wir begegnen uns noch einmal auf einem fürchterlichen Gange; doch der Kerl ist einer so langen Erinnrung nicht werth. — (er klingelt)
Ein Bedienter. (kommt herein)
Prinz Moriz. Geh zur Signora Biondine; sie darf mich heute zum Nachtessen bei sich erwarten.
Bedienter. (geht ab.)
Pr. Moriz. Prinzessinnen und Sängerinnen sind beim ausgelöschtem Lichte einander gleich. Louise und Biondine! freilich eine gräßliche Kluft zwischen beiden, aber Biondine gehört zu den weichherzigen Seelen, und das macht alle ihre Fehler gut.