Jezt erschien seinem Geiste Florentin von Duur in der erhabensten Größe; er bewunderte den Mann mit Thränen, eben den, welchen er einst so sehr übersah. All sein Vertrauen warf er izt auf diesen Engel; er schikte zum Grafen, wünschte ihn privatissime zu sprechen, allein Duur war längst verschwunden.
Zum Erstaunen des ganzen Kanella wurden der Prinz Moriz und der eminente Kardinal an eben dem Tage unsichtbar; denn Piedro hatte beide hinterlistig zu sich gebeten, sodann von verschwiegnen, getreuen Offiziren in abgelegnen Zimmern seines herzoglichen Pallastes gefangen halten und in der Nacht heimlich auf ein Landschloß transportiren lassen. Ihre Palais wurden stark bewacht, ihre Geräthschaften versiegelt und eine Untersuchungskommißion wurde niedergesezt, die den beiden Staatsverräthern den Prozeß machen sollten.
Wir lassen jezt Morizen fluchen, Benedetten anathematisiren und Piedron sich schmeicheln eine Verschwörung zerstört, einem nahen Aufruhr vorgebeugt zu haben, und wenden uns zum Grafen, der kaum anderthalb Tage in Dosa war, als er die Ursach seiner Dahinberufung erfuhr.
Ein Mädchen trat an einem Vormittage in sein Zimmer, erkundigte sich nach ihm und überreichte ihm ein versigeltes Handbriefchen. Florentin stuzte, erbrach das Billet und las:
„Gnädiger Herr,“
„Sie werden von einem Landsmanne ergebenst gebeten, diesen Nachmittag ein Glas Wein mit ihm in seinem Garten vor Dosa zu trinken. — Ich erwarte sie gewis.“
„Ihr Freund.“
Der Graf war etwas verlegen. Die Zofe sah ihn unverwandt an und lächelte.
„Wer ist denn dein Herr, liebes Mädchen?“
„„Er hat mirs verboten Ihnen seinen Namen zu nennen!““ antwortete sie in deutscher Sprache.