Duur. (betrübt) Bald vielleicht.

Louise. Gieb ihm die alte Fröhlichkeit wieder. Zwar ist er unterdes vermählt; aber seine Gemahlin kann die Wunde nicht heilen, die dein Verlust seinem Herzen schlug.

Duur. Ich kehre zurük, so bald Kanella mich loßläßt. Ich habe dir meine Lage geschildert; du weißt wie sehr ich an Kanellas Wohl gebunden bin, oder Kanellas Wohl vielmehr an meinem Willen hängt. Du weißt, welch ein Tag mir bald bevorsteht. — —

Louise. (ihn inniger umschließend) Bedauernswürdiger Mann!

Duur. Doch sei’s. Getrost geh ich meinem Schiksal entgegen. Aber hier, an diesem Busen, will ich vorher ausruhn von meinen Thaten; von diesen Lippen will ich mir erst Kraft und Feuer zu neuen sammeln. Hier will ich Vergangenheit und Zukunft vergessen, um harmlos an der Gegenwart zu schwelgen. — O, Einzige, Liebliche, du bist ja mein, — mein! mehr verlange ich nicht aus der Fülle der Seeligkeiten.

Inbrünstig hingen die Lippen des seligsten Paars aneinander. Schön war die Nacht, aber schöner war der nächtliche Triumf der Liebe.

Der Morgen erschien. Ein halber Tag entfloß; bald war ein ganzer dahin. Die Stunde des Scheidens schlug — von einander gerissen waren die noch vor einigen Stunden die Glüklichsten der Erde, verweht wie ein Nebel, ihre Freuden. Duur glaubte aus einem Traum erwacht zu sein, als er sich nicht mehr im Arm, am Busen Louisens, sondern auf seinem Rosse den Weg von Dosa nach Kanella zurüktrabend fand.

„Gott, so habe ich nichts, nichts von der Freude genossen; ich habe mich mit Schattenbildern ergözt!“ rief er bekümmert aus.

„„Das ist’s Menschenloos nun einmal so!““ gähnte Dulli, der hinter seinem Herrn ruhig dahin trottete.

„Aber doch ist auch ein Traum schön! Schwarzen Freunde, ihr habt ritterlich Wort gehalten, Florentin von Duur wird desgleichen thun.“