Aber das Volk lärmte unaufhörlich fort, und wiederholte die Worte des Gesanges: „das Sklavenland ward frei!“ mit dem größten Enthusiasm. — „Ja, das Sklavenland ward frei!“ hörte man einige rufen: „und frei durch den Helden Fiorentino!“ —

„„Großer Fiorentino wir lieben dich!““

„„„Freiheitsbringer, lebe lange!“““

„„„„Fiorentino, lebe hoch!““““

So schrie man verwirrt durcheinander und Florentin — achtete des nicht. Am Lager des Verstorbnen sizzend, hatte sein Leben jeden Reiz verloren. Er war nun einmal wieder so arm an aller Freude, so arm an aller Hofnung, jemahls wieder froh werden zu können, als er es irgend schon einmahl war.

Freund, Blutsbruder, Vater — oder welcher Name heiliger ist — alles das war ihm der ehrliche Badner gewesen, und diesen sah er jezt für sich verloren. — Wer nun schon einen solchen Freund, Bruder und Vater verlor, der male sich des armen Florentins Schmerz. Indem sich die Augen eines einzigen Freundes auf ewig verschließen, schließen auch tausend Götterchen der Freuden die ihrigen zu.

„Hört Ihrs nicht, gnädiger Herr, wie das Volk Euern Namen ausruft“ sagte Dulli, indem er sich zum Grafen wandte; aber er vermogte es nicht ihn aus dem Strom seiner Empfindungen hervorzureißen.

„Die Kanelleser werden ungestüm, sie verlangen Euch zu sehn, Euch zu huldigen!“ fuhr Dulli nach einiger Zeit fort, inzwischen das Volk auf der Straße tobte und schrie.

„„O Kanelleser,““ erwiederte Florentin traurig: „„und legtet Ihr mir die herzogliche Krone zu Füssen — jezt hüb’ ich sie nicht auf. — Geh, Dulli, sage deinen Landesleuten, daß Sie auseinander gehn, und mich nicht stöhren sollen in meinem Schmerz!““

Dulli. (zum Fenster hinunter) Freie Kanelleser, stöhret den Grafen nicht, ihm ist sein Liebling ermordet für Eure Freiheit.