Stimmen von unten. Fiorentino! großer Fiorentino, die Bürger Kanella’s wünschen den Heiland ihres Staats zu sehn. Fiorentino tretet hervor!

Dulli. Fiorentino danket Euch für Eure Huld; aber erscheinen wird er nicht.

Stimmen des Volks. Fiorentino, erhöret uns!

Dulli. Gönnet ihm Ruhe, opfert ihm Eure Wünsche auf, da er seine Freuden für Euch hingab.

Stimmen. Fiorentino! Fiorentino!

Florentin erschien. Mit nassen Augen stand er da, auf den erhabnen Stufen, welche zum Eingang seines Pallastes führten. — Man sahe ihn, und wie die Erscheinung einen Gottes war die seinige; die Luft, vor einem Augenblik noch vom verworrendsten Geschrei zerrissen, wurde jezt durch einen leisen Odemzug erschüttert.

Fakkeln flogen herbei und umringten ihn; wie in einer himmlischen Verklärung stand er da vor den Augen des Volks: die ihm nächststehenden sanken nieder auf die Kniee um den entferntern Zuschauern den Anblik eines Halbvergötterten nicht zu rauben; alle entblößten ihre Häupter in stiller Ehrfurcht. —

Ruhig war die Nacht; sternenschwer der Himmel; der Mond stieg in dieser Minute hinter einem Gebirge schimmernder Wolken hervor, die Szene zu verherrlichen; kühl und leise hauchte der Nachtwind über die Menge des Volks hin und goß ein heiliges Schauern über sie aus.

Florentin von Wehmuth und Entzükken hingerissen, vermogte lange kein Wort zu reden. Endlich sprach er:

„Brüder, — meine Brüder, Ihr seid glüklich; aber ich bins nicht, kanns nicht sein. Ich weis es, daß Ihr mich liebet, aber, — was ich verlor, könnt Ihr mir nicht wiedergeben. Darum laßt mich trauern; laßt mich ungestört Mensch sein, und einem Freunde den lezten Zoll der Liebe — Thränen um seinen Verlust entrichten. Nur der Gedanke an ihn gewährt mir Trost. — — Gute Nacht, Freunde!“