„„Gute Nacht! unglüklicher Mann, gute Nacht!““ riefen ihm unzähliche Stimmen in eine verschmolzen nach. Mitleid und Liebe erpreßten manchem Auge Thränen, — ach und diese Thränen waren das Herrlichste in diesem nächtlichen Triumpfe Florentins von Duur!

Zweites Kapitel.
Mühvolle Jahre.

„Nur der Gedank’ an ihn gewährt ihm Trost?“ sprachen am folgenden Tage die Kanelleser: „Laßt uns den großen Mann trösten, er hat ja unsre Thränen abgetroknet!“

Nach einigen Monaten wurde Florentin lieblich überrascht. Eines Morgens lehnte er sich, nach seiner Gewohnheit, zum Fenster hinaus, und o! wie staunte er, da er seinem Hause gegen über eine in der vergangnen Nacht errichtete Statüe erblikte. Es war Badners Gestalt, Badners Miene; mit der rechten Hand winkte das Gebild zu ihm herauf, als riefe es leise: „komm’ zu mir!“ — Drunten standen in Goldschrift die Worte:

„Badner, Liebling des großen Fiorentino von Duur.“

Anfangs wollte der Graf seinen Augen nicht glauben; er rieb die Wimpern; starrte wieder dahin, und gewahrte abermals Badners Gestalt, wie sie winkend dastand.

„Dulli! Dulli!“ rief er wonnetrunken, und Dulli kam.

Florentin. (frohbebend) Ach, Dulli, sieh hinaus. Sage, was erblikst du?

Dulli. Beim heiligen Petrus, gnädiger Herr, Euern getreuen Badner, Gott hab’ ihn selig, wie er leibt und lebt!

Florentin. Nein, soviel hab’ ich nicht an Euch verdient, Kanelleser! — Sage mir, ist ers wirklich? täuscht sich mein Gesicht?