„Mein Vater bist du?“ sagte das Kind mit dem anmuthigen Lächeln eines Engels und wand sich so dicht mit Armen und Füssen um den wonnevollen Florentin, als hätte es in der That den traurigen Zustand zu fühlen gewußt, in welchem es sich bisher befand, da es weder seinen Vater noch seine Mutter kannte.

„„Ja, theures Karlchen — ja, mein Alles, mein Sohn, ja ich bin dein Vater!““ erwiderte der Graf, der nicht wußte, wie ihm geschah, als ihm der süsse Vaternamen zum erstenmahle von den Lippen des holdseligen Buben entgegen scholl: „„Ich bin dein Vater, der dich nun nie wieder verlässet.““

Liebst du mich denn?

„Ja, Karl ist dir recht gut?“

„„Wie sehr liebst du mich denn?““

Das Kind antwortete nicht, sondern drükte sich schmeichelnd an seinen Vater fest an.

Länger, als eine Stunde, tändelte Duur mit dem Kinde, indem er selbst vor Freuden zum Kinde ward. Bald wikkelte er die gelben Lokken des Knaben um seine Hand; bald küßt er ihm Stirn’, Augen, Mund und Wangen; bald suchte er Louisens Züge in Karlchens Mienen auf, bald die seinen.

O, Väter und Mütter, die Ihr diese Blätter leset, Ihr nur verstehet mich, Ihr nur wisset Florentins Tändeleien richtig zu beurtheilen, Ihr nur kennet die Sprache des zärtlichen Gefühls. Mahlet Euch die Szene mit all den weichen Farben aus, welche Eure Fantasie Euch beut — ich schweige. Schweige, damit nicht kalte Krittler mich langweilig finden, oder unnatürliche Eltern mich nicht einen empfindelnden Schwäzzer schelten mögen.

Wie gesagt, erst nach einer vollen Stunde fiel es dem Grafen bei auch die andern Geliebten zu sehen.

„Bringe mich zu ihnen!“ sagte er zur Holdern.