„Wandrer, stehe still!
Allhier
ruhen die Hüllen zweier guten, frommen
Seelen, die Gebeine
der
edeln, vielgeliebten
Friederike von Sorbenburg
und
des braven
Albertus Daniel von Duur.
Wandrer, der du Tugend liebest, weine, denn
diese sind deiner Thränen
werth!“
„Hilf mir Gott!“ schrie Duur erblassend und stürzte vom Schmerz entgeistert auf einen Grabhügel.
Holder. (vor sich niederstarrend, mit verschränkten Armen) Florentin!
Florentin. (nach einer langen Stille in tiefsten Jammer ausrufend) Auch sie sind dahin — o mein Gott, auch sie!
Holder. Du bist ein Mann, ich darf dich nicht trösten!
Florentin. (ihn nicht hörend) Auch sie!
Holder. Steh auf, Bruder; die Theuern haben längst ausgelitten.
Florentin. Längst schon?
Holder. Kaum wars ein Jahr nach deiner Wanderung aus Deutschland, da starb mein Weib in Kindesnöthen; der Onkel grämte sich um ihren Verlust zu Tode.
Florentin. Grausamer, warum erfuhr ich dies nicht schon lange?