Dies that Wirkung, wie sie Moriz hoffte. Der Pöbel flüchtete; alles wurde still. — —

Borsellino lag ohnmächtig, in eignen Blute sich badend, in den Armen seiner Freunde. Man trug ihn fort. Moriz gab eiligst Befehl zum Aufbruch der Soldaten. Es flogen die Rosse, die Fahnen und Standarten wehten, die Waffen klirrten, die Trommeln wurden gerührt, man sties in die Trompeten und so gieng der Marsch durch die Straßen von Kanella, an das herzogliche Palais vorüber.

Piedro, Rosaffa, Benedetto mit verschiedenen Herrn und Damen des Hofs standen auf den Gallerien und Altanen vertheilt, dem Zuge zuzuschaun.

Aber ehe die verkauften Landeskinder mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen herankamen, erschien in trauriger Prozeßion der blutende Borsellino, getragen von den Vornehmsten von Adel. Nicht ohne Absicht schleppte man den Verwundeten, der sich etwas erholt hatte, hier vorüber.

Der Fürst hatte den Lärmen und später nachher das Schießen gehört, und von einem Adjutanten aus Morizens Suite Nachricht darüber empfangen.

„Wer ist der, welchen Ihr da unten traget?“ fragte der Herzog mit Neugier und heimlichen Schaudern.

„„Der edle Borsellino!““ scholl die Antwort zurük.

Der Verwundete richtete sich mit dem Leibe empor, schlug die Augen auf, sammlete alle Kräfte und sprach mit matter Stimme: „Herzog Piedro, dein Landeskind! — Piedro dein Landeskind, erschlagen von dem Fremdling der nach dem Blute deiner guten Bürger dürstet! — Piedro, Rache und Recht, wenn du Landesvater bist!“

Piedro war erschüttert. — Rosaffa schrie hinunter: „Schaffet den abscheulichen Anblik aus unsern Augen!“ und Piedro das Echo seiner Rosaffa intonirte sogleich: „Schaft ihn fort!“

Borsellino seufzte; die ihm umgebenden Edelleute murmelten unwillig unter sich, und gehorchten der Mätresse ihres Herrn.