Florentin. Allerdings, in so fern weder Ihr, noch des Herzogs Durchlaucht hinlängliche Sicherheit besizt, noch Kraft einem rebellischen Volke entgegenzustehn.
Moriz. Woher?
Florentin. Wegen Mangel an Soldaten. — Es ist nothwendig, daß ein Corps errichtet werde, welches Eure Superiorität bewacht.
Moriz. (nach einiger Stille) Ja, ja, es muß eine große Werbung angestellt werden. Das ganze Land soll kontributiren. Wir haben jezt kaum tausend Mann auf den Füssen.
Florentin. Ist Munition genug vorhanden?
Moriz. Das Kriegskollegium soll mir morgen ein genaues Verzeichnis davon einliefern. In allen Fällen muß ausser Landes eingekauft werden. — Wenigstens müssen in zwei Monaten zehntausend Mann da stehn.
Florentin. Und zwar aus Landeskindern gesammelt; denn auf Ausländer ist in solchen kritischen Zeitpunkten nicht sicher zu rechnen.
Moriz. Aber es ist unmöglich aus eitel Landeskindern in so kurzer Zeit zehntausend Mann herbei zu schaffen; der Staat ist von keiner übermäßigen Größe, in welchem überdies mehrere Städte ein ausschließendes Recht haben, von allen Werbungen frei zu sein.
Florentin. Was kümmert uns dies? — Sie sollen ihre Dokumente und Urkunden vorweisen, diese müssen erst untersucht werden und ich wüßte nicht, welcher Dämon seine Hände im Spiel hätte, wenn wir nicht vermögend wären Worte zu verdrehn und zu verdeuteln und ihnen einen verlornen Prozeß an den Hals zu spielen.
Moriz. (mit geballter Faust auf den Tisch schlagend) Warum haben wir uns beide nicht früher kennen gelernt! — (seine Hand ergreifend) Fiorentino! Fiorentino! Ich hätte Euch noch manches — manches noch zu vertrauen, aber — —