So gut als wir, verstand auch Florentin das mistrauische Aber, und er wandte seine ganze Kunst daran den geringsten Argwohn aus dem Gemüthe des Prinzen zu vertreiben. Ob er glüklich, ob er unglüklich darin war, mag die Folge aufklären. Was ihre fernern politischen Unterredungen betrift: so find’ ichs nicht behäglich meine Leser dieselben länger anhören zu lassen; doch die Resultate derselben äusserten sich nach etlichen Wochen im Lande. — Hatte man vorher geseufzt, so schrie man jezt über Ungerechtigkeiten; wo man ehmahls weinte, verzweifelte man jezt. Und Florentin, der von seinen Freunden scharf bewacht wurde, dessen kleinste That ihnen nicht unbemerkt vorüberschlüpfte, wurde denselben mit jedem Tage ein dunkleres Räthsel.
Borghemo vorzüglich war um deswillen äusserst empfindlich. Er suchte täglich den Grafen in seinem Hause auf, wo er ihn aber nie fand; aufgebrachter, als vorher, kehrte er dann gewöhnlich heim und fluchte über das Schiksal und heuchlerische Menschenbrut. — Dulli nahm sich seines Herrn noch am meisten an; denn der alte Badner spielte, seit er mit Florentin in Kanella war, wiederum die Rolle eines Stummen und sogar Halbtauben, um einen desto geschiktern Horcher abgeben zu können.
„Gieb deinem Herrn diesen Brief;“ sagte eines Abends Borghemo zu Dulli: „vergiß es nicht! sobald er in der Nacht zu Hause kömmt!“
„„Ihr zürnt noch immer auf meinen Herrn?““
„Mit Recht!“
„„Ihr irrt Euch in ihm!““
„So irren sich tausende und du allein betrügst dich nicht?“
„„Freilich!““
„Narr!“
„„Ich verzeih’ Euch!““