Die Unterredung dieser beiden Hofleute wurde bald sehr intrikant; jeder horchte, jeder forschte, beide handelten aber aus verschiedenen Absichten.
„Ich läugn’ es nicht, Fiorentino, ich preis’ Euch glüklich!“ sagte Benedetto unter andern, als Replik auf vorhergehende Reden.
Florentin. Darum, daß mich die Gräfin Rosaffa wieder liebt?
Kardinal. Eben darum! Es ist noch etwas Niegeschehnes, daß Rosaffens Herz für irgend einen Mann wärmer geschlagen, als für den andern. Ihr seid der erste, und fürwahr seid auch der Einzige. — Sie ist schön, der Liebe des schönsten Mannes in Europa würdig; sie ist reich und vom Range. Und nun denkt Euch im Besiz eines solchen allbeseeligenden, entzükkenden Weibes — —
Florentin. (einfallend) Im Besiz?
Kardinal. Sie liebt Euch ja!
Florentin. Liebt mich? — Sei es, ich bezweifle die Wahrheit Eurer Worte nicht — aber Besiz? — Wer besizt sie? Wer? —Ist sie nicht Piedros?
Kardinal. (mit Besinnung) Es ist wahr! —Ich bedaure Euch und — die unglükselige Gräfin. — Was seztet Ihr wohl daran Rosaffen zu befreien? —
Florentin. (verwirrt) Eine verfängliche Frage, die ich kaum zu beantworten weis. — Doch — — Ihr wißt, ich liebe sie heftig.
Kardinal. (die Achsel zukkend) Piedro — — — —