Florentin. O, die war die Eure, ehe ich Rosaffen liebte, und ist noch die Eure und zwar in solchem Grade, als Ihr es vielleicht selber nicht von mir erwartet. Ich könnte Euch gewisse Proben davon vor Eure Augen legen — ich sage Proben — — — doch davon zu seiner Zeit.
Kardinal. Ich bewunderte von jeher Eure Offenherzigkeit und zugleich Eure Verschwiegenheit. Wendet diese beiden Tugenden von nun an zu meinem Interesse an; denn an meiner Glükseligkeit liegt die Eurige durch Rosaffen unauflöslich gefesselt.
Florentin. (mit einem Blik voller Rührung) Benedetto!
Kardinal. (ihm die Hand und den Mund reichend) Seid mein! — Jezt bin der Eurige!
(sie küssen sich)
Kardinal. Und nun zuerst, Fiorentino sag mir, — bei unsrer Freundschaft beschwör ich dich — sag mir, zu welchem Entzwek läßt Moriz im ganzen Lande werben? Ich befürchte Nebenabsichten!
Florentin. (geheimnisvoll) Mit Recht!
Kardinal. Wär es möglich?
Florentin. Dem Herzoge und wahrscheinlich auch Euch ist ein fremder Zwek vorgespiegelt.
Kardinal. Mir hat man von einer bevorstehenden Revoluzion in Kanella gesagt, welche Verstärkung der Truppen nothwendig mache.