Siebentes Kapitel.
Das Fest der Menschheit.
Die Wandrer kamen in die Stadt zurück. Es war schon spät. Traurig und verstimmt legten sie sich zu Bett. — „Hier ist Wohlseyn!“ rief Duur.
„Ja wohl,“ entgegnete Josselin: „Nichts haben, nichts empfinden, nichts wissen, ist auch ein Reichthum, auch ein Glück!“
„Unser ewiger Reichthum im Grabe!“ sezte Florentin hinzu.
Unter dem lärmenden Schall der Trompeten und Pauken erwachten sie am andern Morgen. Die Sonne war schon hoch herauf. Man brachte das Frühstück; Florentin und Josselin warfen sich ins Fenster um sich am bunten Getümmel der Menschen in den Straßen unten zu weiden.
„Es scheint heut ein wichtiger Tag dieser Stadt zu seyn!“ sagte Duur, indem er mit Verwundrung und Vergnügen die vielen fröhlichen Gesichter zählte.
„Das Fest der Menschheit!“ erwiederte mit lachender Miene der Aufwärter.
„Ein herrliches Volksfest!“ intonirte Josselin: „Heut wollen wir wieder selig seyn, und die düstre Jammerburg vergessen.“
„Wie so?“
„Es ist ein Tag der allgemeinen Freude, ein Festtag der Liebe, der Barmherzigkeit und jeder gesellschaftlichen Tugend! Hurtig, wir wollen uns ankleiden, und unsre Börsen füllen, um den Armen wohl zu thun.“