Florentin stand lange da, wie ein Träumer. „Mein Gott! mein Gott! welche Menschen leben izt, welch’ ein Jahrhundert ist dieses!“ sprach er bei sich, und zerdrückte mit den Augenwimpern eine Thräne, die sich unwillkührlich hervordrängte: „O, mein Oheim, könntest du mit mir feiern das Fest der Menschlichkeit und Menschheit!“

Indem er so vor sich hinstarrte, und sein Herz voll war von Rührung und Seligkeit, fühlte er den sanften Druck einer Hand auf seiner Achsel.

„So traurig?“ fragte ein wohlgekleideter, ältlicher Mann, mit biedrer Herzlichkeit.

„Nichts weniger, als das!“ antwortete Duur: „ich sah mich nach einem Gefährten um.“

„Kommen Sie mit mir.“

„Mit Vergnügen. Ich bin ein Fremdling in dieser Stadt; führen Sie mich, wohin Sie wollen.“

Der Fremde lehnte sich freundlich an ihn, und so wanderten sie durch die Stadt ins Freie hinaus, von Promenade zu Promenade, von Garten zu Garten, wo sie allenthalben Geselligkeit und Freude fanden.

„Ich wundre mich,“ sagte Duur: „daß alles in so guter Ordnung bei so gemischter Gesellschaft bleibt.“

„Vielleicht eben daher, weil die Gesellschaft zu gemischt ist; es finden keine Partheien, keine Faktionen statt. Der gemeine Mann mässigt sich und verfeinert sich selbst im Umgang mit den Vornehmern und Gebildetern; man erlaubt sich nicht so leicht auch nur die kleinsten Ausschweifungen, und vielleicht eben darum, weil man, alles Zwanges los, keine grössere Freiheit wünschen kann. — Zur Vorsicht für die Ruhestöhrer sind freilich allenthalben Wachen beordert, inzwischen hat man seit sechs Jahren keine Beschäftigung für diese gefunden.“ —

„Wird aber nicht mancher durch solche Gelegenheit zu einem übermässigen Aufwand verführt?“