„Wem mag die hohe Statue vorstellen sollen unter der Eiche?“ sagte er, indem er mit der Hand auf Friedrichs Bild hinauszeigte, und nicht bemerkte, daß in eben dem Augenblick ein junger Mann und ein Mädchen, an die Bildsäule gelehnt, sich schweigend umarmten.

„Wahrscheinlich einen weissen Raben;“ antwortete Imada, und schlug die Augen nieder.

„Einen weissen Raben?“ entgegnete Duur.

„Nun ja, einen guten König aus der barbarischen Vorwelt. Das Gute muß damals, und besonders unter den Königen, äusserst selten gewesen seyn, daß man es in steinernen Denkmahlen verewigte.“

„Ist die Gruppe darunter auch ein Bild der Barbarei?“ lächelte Duur.

„Vielleicht!“ antwortete verschämt das Mädchen.

„So wünscht’ ich unaufhörlich unter Barbaren zu leben.“

„Dann würd’ ich Ihren barbarischen Geschmack bemitleiden.“

„Bemitleiden?“

„Gehn Sie hin, Sie werden noch viele Weiber, viele Mädchen Ihres Sinnes finden, die die öffentliche Tugend zum Toilettenstück machen, und sie Abends, oder in der Einsamkeit wo der Putz lästig ist, mit dem übrigen Schmuck ablegen.“