„Ich liebe die Damen nicht, welche die Schminkdose und die Tugend neben einander liegen haben.“
„Sie scheinen sich izt auch zu schminken.“
„Gewiß nicht — nie gern — bei Ihnen am aller wenigsten.“
„Ich möchte den Versuch nicht machen, Ihnen die Schminke abzublasen!“
„Ich würde bei der Prüfung nicht verlieren.“
„Held!“ antwortete das Mädchen mit ironischem Lächeln und klopfte ihm schalkhaft auf die Wangen.
Sie schwiegen.
Aus den fernen Gebüschen herüber tönte lieblich die Musik durch die Nacht; das Getümmel der Menschen ward leiser; nur hin und wieder schlich verloren durch die einsamen Gänge ein liebendes Pärchen. Wie Sterne aus schwarzen Wolken funkelten die Lampen in der Ferne aus Bäumen und hohen Gesträuchen.
„Die Tänze haben mich ermüdet!“ seufzte Imada, und lehnte sich an den Fröhlichen, der mit Sehnsucht und Schüchternheit seinen Arm um das Mädchen warf. Imada’s Stirn berührte seine Wange. Er schwieg, und ward immer unruhiger. Heiß glühten alle Adern in ihm auf, sein Odem flog schneller, denn ach, die er im Arme hielt, war wirklich schön, und wurde schöner vor seinen Augen in jeder Minute, und — Imada war ihr Name.
Draussen wards immer stiller und stiller — hier und da erstarb die Musik — aber in ihm wards immer lauter, immer stürmischer.