„Und Sie riefen meinen Namen? — galt er mir, oder einem andern Frauenzimmer?“

„Liebe Imada!“

„Sie waren so eilig — so, ich weiß nicht wie? — hatten Sie mich erkannt, wußten Sie — — —“

„Nein — ich wußte nichts — ich vermuthete Ihre Nähe nicht — — — ich war im Begriff, eine Sünde wieder gut zu machen.“

„Eine Sünde?“

Florentin wurde feuerroth; — aber die Dunkelheit verhinderte Imaden, es zu bemerken.

„Eine Sünde?“ fragte sie nochmals.

Florentin ward immer verlegener. Er wußte nicht, ob er bekennen oder schweigen sollte. Er übersann die ganze Begebenheit mit seiner Tänzerin; es lag izt viele Wahrscheinlichkeit darin, daß Gabonnens Nichte selbst bei dem verdrüßlichen Handel eine Rolle mitgespielt, wohl gar die Imada in der Laube instruirt habe, um ihn — auf die Probe zu stellen.

Auf die Probe? sehr unwahrscheinlich, da Gabonnens schöne Nichte schon die versprochne Braut eines andern war. — Aber wie wäre die unbekannte Tänzerin darauf gekommen, sich in der Nähe eines kritischen Augenblicks Imada zu nennen? — und dann, bei aller möglichen Nachgiebigkeit, zulezt so rasch zu entfliehn, und ihn auf diese Weise der eigentlichen Imada in die Hände zu liefern? — Beantworten ließ sich die Frage wohl; Imada war ein Vorname, welcher mehrern Frauenzimmern angehörte; — und daß Imada die Geliebte grade da stand, wohin die Unbekannte entfloh, konnte ja ein Spiel des Zusalls seyn.

Um sich auf jeden Fall zu sichern, beschloß Duur ein reuiges Geständniß seiner Sünde abzulegen, und Imada’s Richterspruch abzuwarten. Er beichtete also die ganze Begebenheit, und kleidete sie so behutsam, als möglich, in seine Worte, daß die ganze Begebenheit zulezt den Schein gewann, als sey er der Prüfende, die Unbekannte aber die Geprüfte gewesen.