„Man muß sich vor Ihnen in Acht nehmen,“ sagte Imada: „wer bürgt mir dafür, daß Sie mich nicht auch in Gobby’s Garten auf die Probe stellten?“ —
Die Sache, welche anfangs von schweren Folgen zu seyn schien, wurde nun vergessen; Florentin fühlte sich wieder beglückt in der Nähe der Louise des drei und zwanzigsten Jahrhunderts. Was hätt’ er darum gegeben, so Arm in Arm mit ihr durch das ganze Leben wandern zu können?
Er bat sie, nebst ihrem Oheim nur noch einige Tage in dieser Gegend zu verweilen. Imada gestand es gern, daß sie mit Vergnügen seinen Wunsch, der zugleich der ihrige wäre, erfüllen möchte, wenn die Geschäfte des alten Grafen von Gabonne nicht jeden stündlichen Verzug unerlaubt machten.
Indem sie sich so dem Lusthause näherten, bemerkten sie, ohngefähr tausend Schritt von sich, ein großes helles Feuer, von unzähligen Menschen umringt.
„Gewiß die lezte Feierlichkeit über einen Verstorbnen!“ sagte schaudernd Imada und blieb stehn: „lassen Sie uns einen Augenblick von dieser Todtenfeier einen Zuschauer abgeben.“
„Gern, sehr gern — es ist ein Trauerfest für mein eignes Herz — so werd’ ich nie wieder stehn dürfen in dieser Welt neben Imada. Ein eifersüchtiges Auge Wird sie bewachen, und mich und meine Schritte hüten, meine Blicke belauern, meine Worte auf Wagschaalen legen.“
Imada lächelte ihn schalkhaft an; ihr leiser Händedruck, der feurige Spruch ihres Auges ließ ihm alles Schöne dieses Lebens für sich sehn und hoffen, — „Nun“ — flüsterte sie: „den ersten September nicht zu vergessen!“ —
„Vergessen? — so leicht vergißt man den Sterbetag seiner Freuden nicht.“
„Nennen Sie ihn nicht so. Ich hab es beschlossen; Sie sollen ihn vergnügt feiern, und wenn sich die ganze Welt sich dawider auflehnte. Aber Sie kommen doch gewiß mit Josselin!“
„Gewiß!“