„Ich sehe nur nicht ein, was ich Böses gesprochen?“

„He, he, he! Sie sagten zum Beispiel, Sie wären ein Graf von Geburt — wie in aller Welt kann man denn gräflich, oder auch nur edel geboren werden? Besinnen Sie sich doch! Freilich, vor alten Zeiten, da die Menschen noch kindisch genug waren, sich einzubilden, daß die Sünden erblich wären, glaubte man auch noch, die Tugend wäre so erblich, wie ein Geldkasten. Damals wurden noch die edeln Leute geboren! he, he, he! aber izt ist man kein Kind mehr.“

„Die Geburt von adlichen Eltern adelt also nicht mehr?“

„Sie wollen mich zum Besten haben. Verstellen Sie sich doch nicht. Ein Schulknabe kann ja das berechnen.“

„So, so!“ murmelte Florentin und ahndete, daß es in dieser Welt um seinen Adel gethan sey.

Die Bouteille war noch nicht leer, als er zum Commendanten gerufen wurde.

Er ging und fand einen liebenswürdigen Greis, dessen sanfte Miene ihm alles Liebe voraus versprach.

„Setzen Sie sich, mein Freund;“ sagte der gute Commendant, indem er ihm einen Stuhl zuschob.

„Gnädiger Herr, Sie müssen verzeihn — — —“

Der alte Herr lächelte, und winkte mit der Hand und dem Schütteln des Kopfs zum Stillschweigen.