„Wofür halten Sie mich, lieber Freund, daß Sie mich wie einen Fürsten des Landes anreden? Ich bin ja nur Commendant dieser Stadt. — Allein der wachthabende Offizier hat mir schon von Ihrem sonderbaren Betragen Nachricht gegeben. Gestehn Sie offenherzig. Sie kommen entweder aus der Krim, oder aus Portugal; denn ich kann Sie weder für blödsinnig noch boshaft nehmen.“

Duurs Bestürzung wurde immer größer. Er unterstand sich kein Wort von seinem langen Schlaf zu erzählen, um nicht für vollkommen verrückt gehalten zu werden. Und doch sah er auf der andern Seite keinen einzigen Weg, um sich aus den immer neu anwachsenden Verlegenheiten zu erretten.

„Sie schweigen?“

„Gnädger Herr — —“

„Still! ich bitte Sie! erholen Sie sich. Ich bin, wie gesagt, nur Commendant.“

„Herr Commendant — —“

„Nun?“

„Wie ich endlich wohl einsehe aus allen den seltsamen Verhältnissen, worin ich durch mein Betragen verstrickt werde: so hab’ ich von meinem Vater die albernste Erziehung erhalten. Ich bin in allen meinen Kenntnissen und Handlungen noch um ein paar Jahrhundert zurück.“

„Wer ist Ihr Vater.“

„Er lebte mit mir, ausser eingen Bedienten, abgesondert von der Welt auf seinem Landschlosse an den Alpen, studierte die ältere Geschichte und erzog mich so, als wär’ ich ein Bürger des achtzehnten Jahrhunderts. So brachte er mir von allen Dingen die absurdesten, schiefsten Vorstellungen bei, bis die Ausschweifungen seines kranken Verstandes sichtbarer wurden. Er starb unter den Händen der Aerzte und ich wurde von meiner Familie auf Reisen geschickt, um mich selbst auszubilden.“