Einige Juwelen von bedeutendem Werth wurden sogleich am andern Tage in die Welt gesandt und in klingende Münze verwandelt. Duur kleidete sich dem damaligen Geschmack gemäs vom Kopf bis zu den Füßen neu; wer ihn izt sah, hätte nicht vermuthet, daß dieser Elegant ein Sohn der frühern Vorwelt war.
Rosalia sah ihn einige Tage später, und bemerkte mit einem gutmüthigen Lächeln, daß der Professor der Alterthumskunde schlechterdings für sein antikes Fach nicht geschaffen sey.
„Wissen Sie was Neues, Freundchen?“ rief ihm eins Morgens der Commendant entgegen, welcher ihn hatte zu sich bitten lassen: „wir haben so viel von Edelleuten gesprochen, aber noch haben Sie keinen gesehn. Hier in der Stadt ist kein einziger — aber drei Meilen von hier auf dem Lande wohnt ein Edler; er ist mein guter Freund, wir wollen ihn besuchen. Der Wind ist trefflich, in einer halben Stunde können wir da sehn.“
Florentin war willig.
„Es ist ein simpler, schlichter Biedermann; Sie müssen ihm keine Complimente machen. Vielleicht kennen Sie ihn schon, es ist der brave Gobby.“
„Ich kenn’ ihn nicht.“
„Als Gelehrter müßten Sie ihn doch kennen.“
„Ich versichre, er ist mir durchaus unbekannt.“
„Hm! nun seine Geschichte ist kürzlich folgende, denn die müssen Sie wissen, um ihn schätzen zu können. Er ist der einzige Sohn und Erbe des reichsten und filzigsten Bankiers; sein Vater starb und hinterließ ihm ein ungeheures Vermögen, von welchem er gemächlich, wie ein Fürst leben konnte. Statt das Gold in den Kisten und Kasten gefangen zu halten, wie sein Vater, verschwendete ers auf die wohlthätigste Weise. In fünf deutschen Städten legte er fünf gleich große Kapitalien nieder, von welchen der Arbeit unfähige Greise, Krüppel, arme Wittwen, Waisen, Findelkinder und andre Unglückliche, so lange sie der Unterstützung bedürftig sind, erhalten werden sollten. Für sich selbst behielt er nur so viel, daß er ein mässiges Auskommen hatte und eine Reise vollenden konnte, die schon längst projectirt ward. — Nämlich, er ging nach Amsterdam, kaufte ein batavisches Schiff, warb auf eigne Unkosten Freiwillige und segelte nach den Sandwichsländern. Von hier aus steuerte er dem Südpol zu, so weit er konnte, versorgte sich mit Proviant und andern Bedürfnissen, und segelte mit zwanzig Luftgondeln und fünf geschickten Matrosen über den unbekannten Südpol, von welchem er uns die erste gute Karte geliefert hat. — Seine Reisebeschreibung läßt sich nicht ohne Schaudern lesen; drei von seinen Gefährten erfroren am Pol, weil sie im Genuß des Feuergeistes zu nachlässig waren.“
„Des Feuergeistes? was verstehn Sie darunter?“