Am Nachmittage fuhren einige Karossen vor — die Gesellschaft wollte einen benachbarten Freund des edeln Gobbys besuchen. Nur Josselin schloß sich aus, unter dem Vorwand einer Unpäßlichkeit, und ersuchte Florentinen ihm zur Gesellschaft ebenfalls zurück zu bleiben.
Wer willigte lieber in Josselins Wunsch ein, als Duur, der diesem einnehmenden Mann unmöglich etwas abschlagen konnte.
„Laß uns Bruderschaft trinken, du Lieber!“ rief Josselin am Abend dieses Tages, als sich Beide in einer schönen Jelängerjelieberlaube befanden, wohin ein Diener zwei Flaschen Weins brachte.
„Ach, es ist doch so schön, sich in dem Feenarm der Sinnlichkeit zu wiegen und zu entsagen dem Hinblick auf die schauerlichen Wüsteneien, welche die Vernunft entschleiert! Was haben wir vom Leben, wenn wir nicht pflücken die sparsam blühnden Rosen, und in dem Götterrausche der Lieb’ oder Freundschaft vergessen, welche erbärmliche, elende Wesen wir sind!“
Josselin schwang bei diesen Worten den Becher seinem Freunde entgegen. Sie tranken. Das Abendroth schimmerte durch die Fugen der Laube über ihre Wangen; ein kühles Lüftchen flüsterte unter den Blumen herüber, und im benachbarten Gesträuch schlug eine Nachtigall.
„Wenn der Mensch auf Erden elend ist, so klag’ er nicht den Himmel, sondern sich selber an!“ rief Duur: „Wohlauf! Brüderschaft, Josselin — verdammt sey die schwarze Philosophie des Salomonismus, es leben die schönen Träume der Phantasie!“
Josselin. (düster.) Wohl dem, ders rufen kann vom Herzen.
Duur. Jede Blume hat hienieden ihren Honig, jede ihren Gift — ich nenne, den weise, welcher nur vom Honig zu naschen weiß.
Josselin. Hast recht!
Duur. O Josselin, Du bist so unglücklich — Du, und Du ein Bürger des drei und zwanzigsten Jahrhunderts?