Florentin. Vielleicht dann mehr, wenn Sie mit dieses Wunsches Gründen vertrauter wären. (heiter.) Und sey es, wie es sey. Gefällt es meinen Freunden, sich an meinen Bestürzungen zu weiden, und mich mit Seltsamkeiten zu überraschen, wie die Einbildungskraft sie kaum in unsern Träumen zusammenschleppt: so mögen sie es immer thun. Ich bin zufrieden, daß auch Imada — Imada zu den seltnen Dingen gehört, die ich in diesem Traum mit offnen Augen sehe.
Imada. Wer weiß, ob alles hier wohl mehr, als Traum ist!
Florentin. Das wäre schrecklich, wäre boshaft! das verzieh ich meiner Phantasie in diesem Leben nicht. — Von ohngefähr, beinahe ists ein Jahr, verirrt’ ich mich in einem Walde — mir träumte, oder träumte nicht — mir wars — ach Gott, Imada, Sie erschienen mir, und ich, in Ohnmacht, Seligkeit und Bangigkeit versunken — Imada, liebe, schöne Imada — träumte Ihnen nie von einem lächerlichen Abentheur, als auf der Reise nach Mont-Rousseau ein Gondler Ihnen entwischt war?
Imada. (mit schalkhaftem Lächeln) Beinahe ist mirs so.
Florentin. Ists Ihnen so? — Wars Ihnen auch wie mir? — Doch welche Frage! Sagen Sie, soll alles dies Traum seyn, und nicht mehr?
Imada. Es kömmt darauf an, wie Sie zufrieden sind mit diesem Traum.
Florentin. O dann, dann träum’ ich ewig; Dann erwach ich in dieser Welt nicht wieder; dann lege man mit meinem Traum mich in das Grab, ich werde den Himmel nicht vermissen.
Imada. Schwärmer!
Florentin. Dann geb ich mein ganzes Leben, und noch zehn Leben, wie das meinige, dazu für solchen Traum. Gute Nacht, Vergangenheit — (er sezt die Schaale an den Mund) Imada, ich trinke Vergessenheit! — Sie können, wollen mich doch schadlos halten für das, was ich vergessen will?
Imada. Wenn ich denn auch das Wollen hätte, kann ich auch