Auch Holder und Imada waren da; Imada, deren Blick sich durch das bunte Gewühl der Versammelten zu ihm herüberstahl. Holder, welcher seinen Freund hier mit zärtlichem Enthusiasmus umarmte.
Duur näherte sich Gabonnens schöner Nichte; wie ein Gefühl von Schaam und Verlangen preßte es ihm das Herz, röthete es seine Wangen. Josselin hing an Rosaliens Arm.
„So wollen wir die Colonie der Glücklichen gründen!“ rief Josselin lächelnd seinem Freunde zu, indem sie in das Haus traten.
Seit Florentin sich in der neuen Welt umhertummelte, hatte er für Herz und Geist nicht so anhaltende Schwelgerei gefunden. Es blühte alles um ihn her, wie ein Paradies; alles wollte sich zu seiner Seligkeit vereinen. Gobby’s ernste Weisheit, verbunden mit der liebenswürdigsten Laune, Silberots deutsche Biederkeit, Holders stille Selbstzufriedenheit, Josselins grell abwechselnde Melancholie und Frohsinn, Rosaliens tändelnder Muthwille, Imada’s Schüchternheit und Liebe bildeten den schönsten Kontrast von Karakteren, in deren Gesellschaft man gern auf Erden den Himmel vergessen hätte.
Duur überzeugte sich bald, daß Imada’s Wünsche mit den seinigen in geheimer Eintracht lebten, daß er unter allen Männern dieser Gesellschaft der einzige sey, auf welchen Imada’s Augen mit entschiednem Wohlgefallen ruhten; er hatte ihr seine Empfindungen auf mannigfache Weise kund gethan, ohne einmal das Wörtchen Liebe ihr zu nennen; erröthend hatte sie ihm bei den auffallenderen Geständnissen die Hand gedrückt — und doch wars ihm immer, als fehle zu seiner vollendeten Seligkeit etwas; als mischte sich ein fremdes Wesen zwischen ihm und Imada mitten in ihren vertraulichsten Unterhaltungen.
Seine Ahndung betrog ihn nicht. Er fühlte immer mehr, daß seine Besorgnisse gegründet seyn mußten. Begierig spürte er allen Gelegenheiten nach, um sich Imada ganz zu entdecken und ihr ein offenherziges Geständniß über ihr Herz zu entlocken.
Zehnmal des Tages fand er die Gelegenheit, aber niemals wagte er sie zu benutzen. Schüchtern wich er von seinem Vorsatz zurück, wenn er seiner Erfüllung am nächsten stand.
So verstrich ein Tag nach dem andern. Es wurden allmählig von allen Seiten Anstalten zur Abreise getroffen. Florentin bemerkte dies und verlor seine Heiterkeit.
Müde, sich mit den ewigen Zweifeln und Besorgnissen zu quälen, entschloß er sich endlich, am lezten Abend vor der Abreise den entscheidenden Gang zu wagen; er machte sich selber wegen seiner kindischen Zaghaftigkeit die heftigsten Vorwürfe, und niemand hatte auch wichtigere Ursachen dazu, als er, der in den Fehden und Irrgängen der Liebe kein Neuling war.