„Das lezte gern, das erste nie.“
„Wohlan, ich schwärmte nach meiner Lieblingsblume — und nun hab ich sie gefunden — nun bleib ich — hier! (indem er ihre Hand an seine Lippen drückt.) hier!“
„Ob wohl auch die Blume gewinnt, wenn der Schmetterling wirklich bei ihr bleibt und an ihren Zweigen sein Wohnhaus zusammenspinnt? Was wird aus dem schönen, kosenden Liebhaber? — eine häßliche, giftige Raupe — ich wollte sagen, — ein Ehemann.“
„Wer hat nun Ursach, über Bosheit zu klagen?“
„Ach wie manche Blume hat schon mit Entsetzen die Verwandlung ihres Liebhabers erlebt!“
„Imada! — Bosheit um Bosheit, so wünsch’ ich Ihnen nie einen treuen Freund, einen treuen Liebhaber!“
„Der Wunsch kann leicht erfüllt werden; weil treue Freunde und treue Liebhaber ohnedem zu den Seltenheiten unterm Monde gehören?“
„Salomonisiren Sie auch schon?“
„Nichts weniger, als dies. Und doch möchte manche Blume ihren Favoritschmetterling gern aufnehmen und beherbergen, wenn sie gleich voraussähe, daß er dereinst ihr Mörder werden würde, denn es soll ja süs seyn, zu sterben von geliebter Hand — aber wie, wenn sich nun ein häßlicher Nachtvogel bei ihr einnistet, und sie wider ihren Willen seine Beute wird?“ —
„Wenn mir ein Nachtvogel meine Blume stehlen wollte, bei Gott, so verwandelt’ ich mich aus dem Schmetterling in eine Wespe.“