Die zehn Männer waren bei voller Besinnung, saßen auf ihren Lagerstätten und blickten mit einiger Neugier, vor allen Dingen aber auch mit einer gewissen Scheu auf den Mann mit der Maske.
Sie mochten vielleicht an ihr zukünftiges Schicksal denken und über dasselbe in Sorge sein. Kapitän Mors aber las in den Augen dieser Männer.
„Es war auf mich abgesehen, kein Zweifel,“ murmelte er. „Das galt mir! Diese Männer haben jetzt Sorge, daß ich sie zur Verantwortung ziehen möchte. Sie fürchten für ihr Leben.“
Der Maskierte trat näher und heftete seine Feueraugen auf die geretteten Mannschaften.
Er war überzeugt, daß sich kein Offizier darunter befand, sondern daß er nur die gewöhnliche Besatzung des gescheiterten Fahrzeuges gerettet hatte.
„Nun?“ fragte Kapitän Mors mit eiserner Strenge, während seine durchdringenden Augen auf den Leuten hafteten. „Wie kommt Ihr denn hierher? Was hattet Ihr am Strande meiner Insel zu tun?“
Kapitän Mors hatte die Leute französisch angesprochen und sah sofort, daß er verstanden wurde.
„Ja, was können wir dafür,“ erwiderte einer der Männer, der jetzt das Wort ergriff und den die andern wohl stillschweigend als den Sprecher betrachteten. „Wir sind Matrosen und Mechaniker, wir mußten gehorchen. Wir haben gar keine Ahnung gehabt, um was es sich handelte, als wir von Saigon hierher beordert wurden. Unsere Offiziere, die haben es freilich besser gewußt, sie hatten geheime Befehle empfangen. Aber die Offiziere sind tot. Als das Unterseeboot gegen die Felsen stieß, wurden sie, da sie sich im vorderen Räume nahe der Torpedokammer befanden, buchstäblich zerquetscht. Wir befanden uns im Achterteil des Fahrzeuges und konnten uns, da der Metallrumpf auseinanderklaffte, im letzten Moment auf die Klippe zu retten.“
„Wie hieß das Fahrzeug?“ fragte Kapitän Mors.
„Der „Fliegefisch“,“ schallte es zurück. „Das Unterseeboot gehörte zur Flotte, die die Häfen Tonkins besetzt hält, dort war die Order gekommen und da wurde der „Fliegefisch“ in die Südsee dirigiert. Wir sind hier schon eine Woche herumgefahren, ehe uns das Unglück ereilte.“