„Weil du immer deine Hand angeschaut hast. Immer muß sie sich bewundern, der eitle Fratz,“ sagte Mama.

„Fratz,“ das war wie ein verzerrter Blitz und kreischte obendrein.

„Aber ich hab’ ja gar nicht ... bewundert,“ wollte das Kind beteuern.

„Lüg nicht, ich hab’ es doch selbst gesehen.“

„Ja, aber ...“ man stammelte, suchte gierig das mit dem „Ich“ und „Nicht-Ich“ zu erklären.

„Wirst du endlich still sein und nicht fortwährend nachmaulen.“ Papa machte seine aufgerissenen Glasaugen aus ungeheurer Macht, vor denen man immer sehr erschrak.

Noch einmal setzte das Kind zum Sprechen ein, wurde hilflos, gab es auf, denn am Vordersitz hub jetzt jenes aufgedonnerte Entsetzen an und didaktische „pour la galerie“-Reden, dem die kleinen Kinder ihre große Erwachsenenverachtung verdanken.

„So eine abscheuliche Rechthaberei, dieser Eigensinn, wo sie das alles nur her haben mag, von uns doch nicht.“

Und Papa wandte sich in seiner schlanken Länge Mama zu, schüttelte dabei edel und gebrochen den Kopf.

„Von mir gewiß nicht,“ himmelte Mama mit ganz verzuckerten Augenlidern, und beider Eltern linde Vollkommenheiten sahen einander schwergeprüft an.