Bald mußte es sich entscheiden, ob das echte Mal erschiene, das die Seher vorgeahnt.

Noch ein Drittes gab es: aber darauf ließe sie sich nicht mehr ein: Das „credo quia absurdum“. Nein, hatte man einen Bund geschlossen und sein Teil des Paktes gehalten, so hatte sich auch der Drüben anständig zu benehmen, und wär’s der liebe Gott. Alles oder nichts. Und gab’s einen Weg solch absoluter Demut, ihr Weg konnte es nicht sein, war sie nicht schon weit genug abgekommen von sich selbst?

Und Hysterie, ihr Kinderschreck, sollte wie die Jugend, so das ganze Leben an einer fremden Gehirnkrankheit zugrunde gehen.

War es nicht, als setzten die Brüder dieser mystischen Gemeinde sich in ein skurriles Geistesgefängnis, des perversen Ehrgeizes voll, daß ihnen alles fehlschlüge und einer dumpfen Hoffart gegen jedes Unbeschwerte, durch Freiheit Siegreiche.

Und man erfror vor Bedeutsamkeit bei ihnen.

Wo aber blieb jetzt der Sinn ihrer Ehe?

Nicht mehr Gabriels „geschwisterlich Gemahl im Geiste.“

Sie wartete mit aller Inbrunst auf das verspätete Zeichen des Lebens. Es blieb aus. Suchte an des Mannes Schulter um Rat.

Er glaubte ihr nicht. Daß ES geirrt haben könnte, schien ihm unausdenkbare Blasphemie, sie wolle ihn anstecken, vergiften, mit ihrem Zweifel die Saat, gesät in Geschlechtern, verrotten in seinem Blut.

Da kam — an Bord der „Titania“ geschrieben — viele hundert Seiten lang, ein Brief Ralph Hersons.