„Welche Gründe übrigens? Falls Sie nicht auf Ehebruch besonderen Wert legen, der allerdings das Sicherste und Schmutzigste — auch Billigste ist, bleibt nur ‚unüberwindliche‘ Abneigung. Die muß aber bewiesen werden. Ich hoffe, Ihr Mann hat Sie vor möglichst vielen, einwandfreien Zeugen wiederholt angespuckt, blaugeprügelt — ärztliches Attest erwünscht — und mit den unflätigsten Ausdrücken belegt, ‚Hure‘ ist gut. Auch alle Komposita mit Sau ... Also bringen Sie mir das Material.“

„Niemals, wir sind doch zivilisierte Menschen.“

„Das Gesetz hat nichts mit dem zivilisierten Menschen zu tun.“

„Wenn aber zwei mündige Leute auseinander gehen wollen ohne Aufsehen, brauchen sie da nicht bloß ihren gemeinsamen Entschluß irgendeiner Behörde zu melden, und die Sache ist erledigt? Das Gericht hätte doch nur gefragt zu intervenieren, wenn es sich eben um Schlichtung von Streitigkeiten handelt, kurzum zu helfen, sollte man meinen.“

„Meinen Sie,“ sagte der Alte.

„Auch bin ich schon zwei Jahre von meinem Mann getrennt.“

Da belebte er sich. „Nie dazwischen in seinem Haus gewesen?“

„Ja, doch nur um meines kleinen Mädchens willen, damit dem Kind das Wissen um den Konflikt erspart bleibe.“

„Schade,“ sagte der Alte, „sehr töricht.“

„Aber“ — Sibyl war außer sich — „wenn drei Menschen ihre privatesten Privatangelegenheiten ordnen wollen: anständig, reinlich und ohne die einzige köstliche Spanne Glücks dabei zu versäumen — —“