„Wie eine Alimentenjägerin behandelt er mich. Aus Angst vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß an Anstand.“

„Mein Gott, nur heraus aus diesem Schmutz.“

Dann stieg langsam eine ungeheure Empörung in einer Welle von Rot auf. Sie erhob sich, ging zur Tür. Wenn nur die Stimme jetzt noch hielt, ohne zu brechen:

„Jemand, mit dem man erst einen Vertrag schließen muß, — mit dem schließt man auch keinen Vertrag mehr. Wie den Möbel-, den Marmorlieferanten, versuchen Sie nun auch der ‚Kinderlieferantin‘ nachträglich Abzüge zu machen? Einen Märchenprinzen glaubte ich zu finden und finde — Leiser Herschsohns Nachfolger.“

„Ganz wie gnädige Frau wünschen. Ich möchte nur konstatiert wissen, daß ich die Eheschließung wollte, die Sie — in der beleidigendsten Form — abgelehnt haben. Für weitere Konsequenzen bin ich demnach nicht mehr verantwortlich.“

Sie wollte an ihm vorbei. Er vertrat ihr die Tür. Seine ungleichen Augen genossen die Situation. Dann mit wohlwollender Tücke:

„Nun, vielleicht wäre die Klausel mit dem Kinde unnötig gewesen, es verbleibt mir ja auch so. Wenn du dich um dieses Künftige so wenig kümmerst, wie um Charmion — das genügt mir vollkommen.“

Auch das noch. Für ihn, um ihm andere schenken zu können, hatte sie unter bittersten Kämpfen auf das Arielwesen zum Teil verzichten müssen. Selbst daraus wurde ihr noch der Strick gedreht.

Menschenscheu, ganz allein, irrte sie von Stadt zu Stadt. Sprach durch Monate kaum ein Wort. Mied Seen, Brücken, Felsen. Einmal, in Madrid, war im Hotel nur noch ein hochgelegenes Zimmer frei.

„Nicht im vierten Stock, ich will nicht an dieser Bestie zugrunde gehen.“ Ganz laut geschrien hatte sie es wohl, die Leute schienen so verdutzt.