Ich lese täglich in meinen Büchern. Ich liebe sie recht, recht, recht sehr. Ich wünschte, Sie kehrten bald zu mir zurück. Ich vermisse Sie recht, recht sehr. Ich kann vieles nicht verstehen, wenn mein liebes Fräulein nicht hier ist. Ich sende Ihnen fünftausend Küsse und mehr Liebe, als ich sagen kann.

Ihre dankbare kleine Schülerin

Helen A. Keller.

[15] So hatte Helen die Taube nach ihrer Lehrerin genannt.

[16] Helens jüngster Bruder.

Unter ihren Freunden zählt Fräulein Keller in ihrer Selbstbiographie auch den Dichter John Greenleaf Whittier auf (s. oben [S. 138]). Ihr erster Brief an ihn lautet folgendermaßen:

Boston, Mass. 27. Nov. 1889.

Teurer Dichter!

Ich glaube, Sie werden überrascht sein, einen Brief von einem kleinen Mädchen zu erhalten, das Sie nicht kennen, aber ich glaubte, es würde Sie freuen, zu hören, daß Ihre schönen Gedichte mich sehr glücklich machen. Gestern las ich »In School Days« und »My Playmate« und freute mich von Herzen darüber. Ich war sehr traurig, daß das arme kleine Mädchen mit den braunen Augen und den »goldenen Locken« sterben mußte. Es ist sehr angenehm, auf unserer schönen Welt zu leben. Ich kann die lieblichen Dinge nicht mit meinen Augen sehen, aber mein Geist kann sie alle sehen, und so bin ich den ganzen Tag über fröhlich.