»So. Proste Mahlzeit, und werden vorerst Kunstmäcen und Kunstkritiker? O, du heiliges unausgebackenes Brot! Weiß Gott, ich würde die Knute einführen!«

»Köppert, Köppert!« sagte Gastelmeier wie ermahnend.

Da lachte Köppert kurz auf. »Nun werde ich mich heute Abend wieder ohrfeigen können; so eine Art Teufel sollte immer die Hände gebunden haben. – Ein Uhu mit dem Federohr!« – Dabei flocht er seine mageren, energischen Finger ineinander.

»Nein, Sie sollen reden,« sagte Ollys leises, heiseres Stimmchen.

»So,« lachte Köppert wieder; »aber ganz manierlich und liebenswürdig. Haben Sie sich nicht über mich geärgert?«

»Nein,« erwiderte Olly.

»Bravo.«

»Sie sind also gegen die Erziehung, die die Kinder wie Menschen behandelt? Mensch zum Menschen?« fragte die vergeistigte Dame höflich und gewählt, wie man einen groben, berühmten Mann immer fragen muß.

»Was Menschen?« fuhr Köppert wieder auf. »Sind's denn Menschen? Gefälligst? Einen Menschen, der noch keiner ist, als Menschen behandeln, ist das Mittel, daß er nie einer wird. Punktum – totschießen!«

»Ja freilich,« sagte die vergeistigte Dame. Es wurde ihr schwer, der sprunghaften, zerstückten Unterhaltung des vielbesprochenen Köppert zu folgen. Er sprach undeutlich und murmelte alles in den dichten Schnurrbart hinein; so ging ihr zum Glück das meiste verloren, sie kam aber auch nicht zur Erkenntnis, daß Köppert sehr wenig Neigung hatte, sich mit ihr schöngeistig zu unterhalten. Sie ließ ihn nicht los.