»Jetzt! Paß auf!« Emil bog sich weit vor und Olly sah, wie der Fisch wie ein Pfeil, goldglänzend, in das Wasser schoß. Ein kleiner Wirbel – ein Huschen – ein glänzender Streif – und er war verschwunden.
»Da fährt er hin,« sagte Emil.
»Der ist nun frei,« meinte Olly, »und gesund.«
»Jawohl,« bestätigte Emil, »dem fehlt nix.«
Jetzt mußte der Weg wieder erstiegen werden. »Verflucht! Verflucht! Verflucht! Du bist aber nett müde.«
Sie kamen gar nicht vorwärts. »Wir müssen uns ein bißchen setzen,« sagte sie. »Ich weiß nicht, was ist denn das nur?«
So brauchten sie längere Zeit. Olly konnte kaum sprechen vor Heiserkeit. Und Emil lief jetzt nach einer Droschke voraus. ›Was ist denn mit ihr?‹ dachte er unterwegs.
Als sie miteinander in der Droschke saßen, wurde Olly von einem inneren Frost geschüttelt, und Emil schaute ihr ganz verblüfft zu. ›Das ist eine dumme Geschichte,‹ dachte er.
Daheim legte sie sich auf ihr Sofa, Wangen und Kopf glühten. Emil blieb bei ihr, trotzdem sie immer von neuem sagte: »So geh doch, dummer Junge. Du mußt an deine Arbeit – Faulpelz! Nun wärst du wieder einmal froh, für drei Pfennig Ursach zu haben zum Bummeln.«
»Nein, nein, wir hätten nicht gehen sollen, Olly,« meinte Emil ganz bedrückt. »Ich wollte, Mimm hätte den Karpfen im Magen. Das wär' besser gewesen. Du kannst das Sentimentale doch nicht leiden. Die Karpfengeschichte ist aber schändlich sentimental.«