Er dachte an ihre rührenden, hilfesuchenden Worte.
»Ja, aber,« meinte die Köchin, »drinnen sind s' ganz auseinand.«
»Gehen Sie.«
Als er in das ihm so bekannte Zimmer trat, in dem sein Kamerad ihn seit Monaten ehrlich beglückt empfangen hatte, war es ihm zu Mute, als öffnete er die Thüre zu einem Garten, den er am Abend unberührt und voller Blüten und Kräuter verlassen hatte – und am Morgen ist alles zertreten und zerstampft, als hätten Dämonen darin gehaust.
Bleich trat er ein; die hagere Gestalt wie zugespitzt von innerer Erregung, die sehnigen Hände ineinandergekrampft, die Augen spähend. Zerstörung wohin er sieht. Die Anmut des Raumes fortgewischt. Jeder Stuhl, der im Weg steht, zeugt von verzweifelten, vom Unglück gepackten Menschen. Eine riesige Unordnung im Zimmer – Sachen, Sachen und wieder Sachen, sinnlos hingeworfene Sachen.
Gastelmeier steht am Fenster, starrt auf die Straße hinaus, dreht sich nicht um, als er die Thür gehen hört. Ollys Mutter sitzt auf dem Sofa. Sie sieht zerzaust aus, so unmütterlich wie möglich, keine Trostbringerin, eine Trostbettlerin; neben ihr Erwin zusammengekauert.
Wie sitzen diese Leute da!
Auf dem Sofa, auf dem irgend wer die Nacht geschlafen haben muß, liegt noch das Bettlaken ausgebreitet. Auf der Erde steht ein Waschgeschirr, auf einem Stuhl das Frühstückszeug noch. Eine Tasse ist umgestürzt, der Inhalt hat sich auf den Fußboden ergossen: auf allen Gegenständen Staub, vor dem Ofen Asche und Kohlen durcheinander. Dort Verbandzeug, auf dem Tisch eine Schale mit blutigem Wasser, blutbefleckte Tücher, Wasser, Flaschen.